• Eger

    Nagy-Eged

    Das Weinanbaugebiet von Eger erstreckt sich an den südlichen Halden des Bükk-Gebirges. In Hinblick auf seine geographische Lage gehört dieses Gebiet zu den nördlichsten Weinbaugegenden der Welt. Dieser Umstand bestimmt auch in großem Maße die Rebsorten, die hier gepflanzt werden können, bzw. den Stil und die aromatischen Merkmale der daraus produzierbaren Weine.

    Die Weinbaufläche des Weinanbaugebietes kann in zwei wichtige Zonen geteilt werden: in die Zone von Eger und in die Zone von Debrő. Diese Aufteilung kann auch hinsichtlich der Weinsorten als maßgebend betrachtet werden: Während die erstere Zone traditionell und typisch ein Produktionsgebiet für Rotweine ist, ist die letztere ein Produktionsgebiet für Weißweine. Der "Nagy-Eged"-Berg ist ein Gebiet, das sich sowohl geographisch als auch bezüglich des Produktionsgebietes von den obigen Zonen unterscheidet. Mit einer Höhe von 501 m ist er die höchstliegende Weinbaufläche Ungarns und charakterisiert durch einzigartige ökologische Verhältnisse, die auch in den von hier stammenden großen Weinen aufgespürt werden können.

    Die Umgebung des Weinanbaugebietes von Eger war schon im 10. Jahrhundert eine bewohnte Gegend. Das vom Heiligen König Stefan gegründete Episkopat und die Rebsorten, die die zahlreichen ausländischen Mönche nach Ungarn mitgebracht hatten, gaben dem Weinbau einen richtigen Schwung.

    Weinanbaugebiet Eger Der Tatarenzug im 13. Jahrhundert vernichtete den größten Teil der Bevölkerung und führte zum Verfall der Weinberg-Siedlungen. Unter König Adalbert IV. haben in dieser Gegend neben mehreren anderen Volksgruppen auch Wallonen gesiedelt. Sie brachten das Gewerbe des Fassbindens mit, was statt der Lagerung der Weine in den bis zu jenem Zeitpunkt gewöhnlichen Ledersäcken eine neue und zuverlässigere Lösung bedeutete.

    Nach dem Tatarenzug wurde eine größere Rebpflanzung durchgeführt, wobei die Kirche sowohl bei der Initiative als auch bei der Leitung eine unerlässliche Rolle spielte. Auch die Bepflanzung der Hügel in der Umgebung von Eger wurde erfolgte durch die Zisterziensermönche. Während dieser Periode gab diese Gegend in erster Linie Weißweine - die Technologie der Gärung mit der Schale wurde in diesem Gebiet erst später von den vor den Türken fliehenden Serben übernommen.

    Zur Zeit der Türkenherrschaft erlitt das Weinanbaugebiet von Eger im Gegensatz zu unseren anderen Weinanbaugebieten keine besonderen Schäden. Dieser Umstand ist der Tatsache anzurechnen, dass der Handel mit den Weinen auch für die Türken eine bedeutende Einnahmequelle sicherte. Die Entwicklung der Wein- und Rebkultur wurde 1886 durch das Erscheinen der Reblaus aufgehalten. Dieses Insekt vernichtete beinahe die ganze Sortenwahl des Weinanbaugebietes Eger.

    Im Laufe der Neupflanzungen des 20. Jahrhunderts erschienen viele neue Rebsorten im Weinanbaugebiet. Die erzwungene Kollektivierung durch das kommunistische Regime und die Bewirtschaftung mit Hinblick auf eine quantitative Produktion machte die qualitative Entwicklung unmöglich. Erst die qualitätsorientierten, experimentierfreudigen und für die Welt offenen Familienkellereien brachten nach der Grenzöffnung 1989 eine grundlegende Änderung.

    Bebautes Rebgebiet

    Die Größe des Produktionsgebietes des Weinanbaugebietes von Eger beträgt insgesamt etwa 22.000 Hektar, wobei die Größe des zurzeit bebauten Produktionsgebietes etwa 5.500 bis 6.000 Hektar beträgt.

    Charakteristiken des Bodens

    Das Gebiet des Weinanbaugebietes von Eger wird durch abwechslungsreiche Bodenverhältnisse charakterisiert, wozu als Grundgestein Rhyolittuff vulkanischen Ursprungs und sedimentärer Kalkstein gehören. Darauf formten sich Braunerde und braune Waldböden, die den Weinberg-Siedlungen eine ausgezeichnete Entwicklung ermöglichten. Der Tuff vulkanischen Ursprungs ist auch deshalb ein besonderes Gestein, weil er Dank seiner verhältnismäßigen Weiche gut bearbeitet werden kann. Auf diese Weise konnte unter der Oberfläche des Weinanbaugebietes von Eger ein Kellersystem in einer überwältigenden Länge von mehr als 140 km ausgestaltet werden. Dieses komplizierte Kellersystem kann auch mit europäischem Maßstab gemessen als einzigartig betrachtet werden.

    Klimatische Verhältnisse

    Für das Klima im Weinanbaugebiet Eger ist infolge seiner Lage ein kühleres und trockeneres Wetter als beim ungarischen Landesdurchschnitt charakteristisch. Die gewöhnliche Veränderung des kontinentalen Klimas wird zugleich durch die Gebirgszüge von Bükk gemildert. Sie beschützen die Gegend vor den nördlichen, kälteren Luftströmungen. Die Zahl der Sonnenstunden ist vor allem am Ende des Sommers und zum Herbstanfang ausgesprochen hoch, was für die Reife der Trauben optimale Verhältnisse bedeutet. Die Zahl der Sonnenstunden ist mit 2.200 auch in Hiblick auf das Jahr sehr hoch.

    Charakteristische Rebsorten

    Die ökologischen Verhältnisse des Weinanbaugebietes Eger ermöglichen die Produktion von Weißwein und von Rotwein. In der Vergangenheit war Eger vor allem wegen seiner Rotweine, darin wegen des Stierblutes berühmt bzw. zur Zeit der kommunistischen panschenden Bewirtschaftung eher dafür berüchtigt. Das Stierblut kann traditionell durch den Verschnitt von mindestens drei, im Weinanbaugebiet genehmigten Rotweinrebsorten erzeugt werden. Typisch ist Blaufränkisch/Blauer Limberger, der durch wichtige rote Grundstoffe durch den Cabernet Franc, den Spätburgunder, Portugieser und den Zweigelt ergänzt wird. Die im Weinanbaugebiet von Eger erzeugten Weißweine sind wohlriechend und enthalten dynamische, lebhafte Säuren. Diese Charakteristika bilden zusammen ein gutes Gleichgewicht.

    Weisse Rebsorten:

    Chardonnay, Leányka, Muscat Ottonel, Müller-Thurgau, Welschriesling, Sauvignon Blanc, Grüner Veltliner

    Rote Rebsorten:

    Cabernet Franc, Kékfrankos, Pinot Noir, Zweigelt

    Winzer und Weingüter

    1. Bolyki, János
    2. Demeter, Csaba
    3. Gál, Lajos
    4. Weingut Gróf Buttler
    5. Juhász Brüder
    6. Kaló, Imre
    7. Weingut Monarchia
    8. Orsolya Kellerei
    9. Pók, Tamás
    10. Weingut St. Andrea - Lőrincz, György (Winzer des Jahres, 2009)
    11. Thummerer, Vilmos (Winzer des Jahres, 1995)

    Links

    1. Eger Weinstrasse

    Weine aus der Region →