• Furmint

    Furmint Der Furmint kann als eine echte, ungarische Rebsortenspezialität (ein sog. "Hungarikum") betrachtet werden, deren Herkunft allerdings nicht genau bekannt ist. In Ungarn steht er an achter Stelle der am meisten verbreiteten Rebsorten und ist weltweit als eine unentbehrliche Grundsorte des Tokajer Ausbruchweines bekannt. Dabei stellt der Furmint nahezu 70 % der bestockten Rebfläche im Weinbaugebiet Tokaj und ist in kleineren Mengen auch in den Gebieten Somló und Sopron zu finden.

    Dabei hat der Furmint eine wechselvolle Geschichte in der Weinlandschaft Ungarn: Zwar gab es in Tokaj immer die edlen Süßweine aus Furmint, aber die Reblaus-Katastrophe und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg haben der Furmint-Produktion geschadet. So wurde während der Zeit des Sozialismus eine Massenproduktion für die östlichen Märkte, insbesondere der Sowjetunion, vorangetrieben, die zulasten der Weinqualität ging.

    Seit 1992 gibt es eine spürbare Verbesserung der Qualität, die einhergeht mit einer Weiterentwicklung der Ausbaumethoden: weniger Oxidation, jüngere Fässer, Verkürzung der Reifezeiten, Senkung der Gärungstemperaturen, modernisiere Kellereinrichtungen. Dank der bahnbrechenden Tätigkeit von István Szepsy werden seit einigen Jahren auch trockene Furminte in Ungarn produziert.

    Der Furmint treibt recht früh aus und hat einen kräftigen Wuchs. Es ist jedoch eine spätreifende Rebsorte, deren Weinlese im Allgemeinen Ende Oktober stattfindet. Wegen dieser späten Lese ist er frostanfällig und stellt besondere Ansprüche an das Klima.

    Die jährlich erzielbaren Mostgewichte sind ausreichend hoch, um Weine mit einem Alkoholgehalt von 12,5 bis 14 Prozent zu erzielen. Dabei liegt der Zuckergrad des Mostes um 19 Grad. Die Rebsorte bewahrt eine eher kräftige Säure, die dem süßen Dessertwein das notwendige Gleichgewicht bringt und dem Wein sein langes Lagerpotenzial sichert. Der Furmint neigt leicht zur Infektion durch den Edelschimmel "Botrytis Cinerea" und wird als Ausgangspunkt für die Erzeugung des Tokajer Ausbruchweins genutzt.

    Furmint wird immer per Hand gelesen, entrappt, bis zu vier Stunden auf der Schale mazeriert und sehr schonend gepresst. Nach der Sedimentation werden die trockenen Weine am häufigsten klassisch in bis zu sechs Jahre alten Holzfässern ausgebaut, die ein Fassungsvermögen von 225 bis 500 Litern haben.

    Furmint Durch Wildhefe kommt es bei Kellertemperatur zu einer Spontangärung, die 10 bis 12 Wochen andauert. Nach der alkoholischen Gärung bekommt der Wein etwas Schwefel um eine Malolaktische Gärung zu vermeiden. Anschließend reift er noch mindestens 8 bis 10 Monate im selben Fass weiter. Erst danach wird abgestochen, stabilisiert und abgefüllt. Es gibt auch reduktiv ausgebaute Furmint-Weine, bei denen der Ausbau im Stahltank passiert, wie beim Mád Furmint. Bei dieser Methode liegt der einzige Unterschied darin, dass statt Sedimentation Flotation angewendet wird, um Zeit zu gewinnen und damit Frucht und Frische zu bewahren. Die Gärung passiert auch hier Mittels Wildhefen ohne Enzyme bei 23°C und dauert etwa 6 bis 8 Wochen, wobei nach 4 bis 5 Wochen der gärende Wein auf 20°C abgekühlt wird. Eine Malolaktische Gärung passiert nicht und abgefüllt wird immer gegen März.

    Die Furmint-Sorten faszinieren Weinkenner wegen ihrer Zusammensetzung, wegen ihres mineralischen Charakters und ihrer Reichhaltigkeit an Obst-Aromen. In der Aromenwelt dieser Weine erscheinen neben dem erdigen Charakter beispielsweise die frischen und gedörrten Formen des Quittenapfels, der Quittenbirne und des Pfirsichs. Es ist aber zugleich unmöglich, alle im Duft und im Geschmack auftauchenden Obstsorten aufzuzählen.

    Wegen ihrer Popularität und wegen der Nachfrage kann diese Sorte die ungarischen Winzer zu internationaler Anerkennung führen.

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