• Szekszárd

    Szekszárd

    Das historische Weinanbaugebiet von Szekszárd erstreckt sich zwischen der Ebene an der Donau und dem Hügelland von Tolna-Baranya, nördlich des dem Weinanbaugebietes von Villány, an den südlichen und östlichen Hängen der Weinberge von Szekszárd.

    Auch das Weinanbaugebiet von Szekszárd gehört zu den ältesten und historischsten Ungarns, obwohl uns über seine frühe Geschichte im Gegensatz zu den Weinanbaugebieten von Sopron, Villány und Pannonhalma nur wenige Aufzeichnungen zur Verfügung stehen. Das erste schriftliche Dokument kann auf das 13. Jahrhundert datiert werden. Es erwähnt den schon im 11. Jahrhundert existierenden Weinbau der Gegend.

    Die Epoche der Türkenherrschaft, die den Verfall und den Untergang der anderen Weinanbaugebiete gebracht hatte, hatte im Weinanbaugebiet von Szekszárd eine andere Folge: So dürfte das Erscheinen der Sorte Kadarka auch auf diese Periode geschätzt werden.

    Die Entwicklung der Produktion kann bis zum Reblausbefall am Ende des 19. Jahrhundert als ungebrochen gelten. Die Neupflanzungen danach waren auch mit einem Wechsel der Zusammensetzung der Sorten verbunden und brachte traditionelle, französische Sorten wie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

    Die kommunistische Planwirtschaft forcierte ähnlich wie in allen anderen ungarischen Weinanbaugebieten die quantitative Produktion. Anfang der 1990er-Jahre gab eine grundlegende Veränderung der Eigentumsverhältnisse zugunsten von Familienkellereien, die wieder auf die Qualität der Weine achteten. Seitdem ist Szekszárd berechtigterweise ein ausgezeichnetes Herkunftsgebiet für ungarische Rotweine.

    Bebautes Rebgebiet

    Die Größe des ganzen Weinanbaugebietes von Szekszárd, das zum Weinbau geeignet ist, beträgt etwa 6.000 Hektar, wobei die Größe des zurzeit bebauten Produktionsgebietes etwa 2.600 Hektar beträgt.

    Charakteristiken des Bodens

    Die Gestaltung des Bodens des Weinanbaugebietes dürfte auf die jüngste Epoche der Erdgeschichte geschätzt werden. Die Hügel werden von einer dicken Lößdecke bedeckt, die an manchen Orten sogar eine Tiefe von 30 m erreicht. Darauf formen sich Böden mit Ton, Sand und Gesteinsschutt mit niedrigem Kalkgehalt. Die helle Farbe des Lößes wirft die Sonnenstrahlen so zurück, dass die Reife der Trauben gefördert wird. Die Verhältnisse des Klimas und des Bodens begünstigen die leicht trinkbaren, üppigen Weine mit dezenter Säure und hohem Alkoholgehalt.

    Klimatische Verhältnisse

    Weinanbaugebiet Szekszárd

    Das Klima des Weinanbaugebietes von Szekszárd hat typischerweise einen kontinentalen Charakter, der durch einen milden Winter und einen sonnigen, trockenen Sommer gekennzeichnet wird. Der Frühling kommt im Vergleich zu anderen Gegenden des Landes im Allgemeinen später, dadurch schaden die Fröste den Weinberg-Siedlungen aber auch weniger. Mancherorts ist aber in den trockeneren Jahren wegen der Dürre mit Schäden zu rechnen. Die südlichen Strömungen lassen die wärmere Luft des Mittelmeers, ähnlich wie im Weinanbaugebiet von Villány, auch hierher kommen, was eine mittelgroße, mediterrane Wirkung zur Folge hat. Die Zahl der Sonnenstunden ist mit etwa 2.050 pro Jahr hoch, begünstigt die Rebsorten, die spät reifen, und sichert eine lange Vegetationsdauer.

    Charakteristische Rebsorten

    Die für das Weinanbaugebiet charakteristischen Rebsorten sind in erster Linie die Rotweintrauben und Dank der Arbeit von Tamás Dúzsi die zur Produktion der Roséweine geeigneten Weintrauben. Das Vorkommen der Weißtrauben ist weniger als 40%. Somit ist das Weinanbaugebiet von Szekszárd klar die Heimat der üppigen Rotweine. Der charakteristische Säuregehalt dieser Weine wird in Hinblick auf den Mangel an den dazu nötigen Bodenbedingungen durch die Rotweintrauben mit höherem Gerbsäuregehalt bzw. durch die längere Gärung mit der Schale gesichert. Der Säuregehalt, der sich aus der Bodenzusammensetzung ergibt, bewirkt einerseits den weichen Charakter der Weißweine und andererseits die beschränkte Verbreitung dieser Sorten.

    Bezüglich der Rebsorten soll an dieser Stelle eine echte ungarische Sorte hervorgehoben werden - die Kadarka. Nach der Meinung zahlreicher Winzer begründete sich der Ruhm von Szekszárd damals durch diese Sorte. Dementsprechend ist es erfreulich, dass in der Welt der Weine seit einiger Zeit eben diese lokalen Sorten wie die Kadarka von Szekszárd in den Vordergrund treten. Die Kadarka ist, wenn man sie von dem Gesichtspunkt des Weinbaus aus betrachtet, ähnlich wie der Spätburgunder eine arbeitsintensive Sorte: Sie lässt die Weinbauer und Winzer in jeder Hinsicht tüchtig arbeiten, weil es eine herausfordernde Aufgabe ist, die schönen Säuren und den feinen Körper von Jahr zu Jahr zu finden.

    Zu den Besonderheiten des Weinanbaugebietes von Szekszárd gehört das nur hierfür und für das Weinanbaugebiet von Eger charakteristische Stierblut. Das ist typischerweise ein aus drei Sorten von Rotweintrauben erzeugtes Cuvée, dessen genaue Zusammensetzung wegen des mangelnden Urheberrechts aktuell nicht geregelt wird. Infolgedessen erscheinen auf dem Weinmarkt neben dem Stierblut von Zeit zu Zeit leider auch Produkte mit fraglicher Zusammensetzung.

    Weisse Rebsorten:

    Chardonnay, Welschriesling, Riesling, Müller-Thurgau, Traminer, Grüner Veltliner

    Rote Rebsorten:

    Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Kadarka, Kékfrankos, Merlot, Pinot Noir, Zweigelt

    Winzer und Weingüter

    1. Dúzsi, Tamás
    2. Mészáros, Pál
    3. Takler, Ferenc (Winzer des Jahres, 2004)
    4. Vesztergombi, Csaba
    5. Vesztergombi, Ferenc (Winzer des Jahres, 1993)
    6. Vida, Péter
    7. Weingut Bodri
    8. Weingut Heimann
    9. Weingut Heumann
    10. Weingut Szeleshát
    11. Weingut Tüske

    Links

    1. Weingüter des Weinanbaugebiets Szekszárd
    2. Stadt Szekszárd

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