• Villány

    Keller in Palkonya

    Das Weinanbaugebiet von Villány ist eines der charakteristischsten und zugleich südlichsten Weinanbaugebiete Ungarns, das die Gebirge von Villány umgibt, und an der Kreuzung von drei Regionen unter Gebirgszügen mit stark balkanischem, mediterranem Charakter liegt. Das Weinanbaugebiet von Villány kann typisch in zwei Zonen gegliedert werden:

    1. Die Zone von Villány umfasst 5 Gebiete (Kisharsány, Nagyharsány, Palkonya, Villány, Villánykövesd),
    2. Die Zone von Siklós umfasst die Gebiete von 11 Gemeinden (Bisse, Csarnóta, Diósviszló, Harkány, Hegyszentmárton, Kistótfalu, Márfa, Nagytótfalu, Siklós, Szava, Túrony, Vokány).

    Der Weinanbau blickt hier auf eine jahrtausendalte Tradition zurück, pflegte man in dieser Gegend doch schon zur Zeit der Kelten und Römer die Weinberg-Siedlungen.

    Während des Tatarenzuges im 13. Jahrhundert und während der Türkenherrschaft von 150 Jahren wurde Villány ähnlich wie viele andere Weinanbaugebiete beinahe völlig vernichtet. Nach der Niederlassung der slawischen und serbischen Bevölkerung erhielt die Weinkultur wieder einen Aufschwung. Die Erzeugung des Rotweines durch die Methode der Gärung mit der Schale und die Einführung der Kadarka-Sorte können auch mit diesen Volksgruppen verbunden werden. Vom 17. Jahrhundert an wurden organisiert deutschsprachige Personen in dieser Gegend angesiedelt, die die Rebsorte des Portugiesers hier nutzbar gemacht haben. Der Reblausbefall im 19. Jahrhundert verschonte das Weinanbaugebiet von Villány nicht. Nach dem Befall wurde der größte Teil der heutigen französischen Sorten gepflanzt. Die serbische Besetzung nach dem ersten Weltkrieg und die Abtrennung der südlichen Gebiete Ungarns von dem historischen Ungarn 1920 zwangen die hiesigen Weinbauern wieder zu einem Neubeginn.

    Eine spürbare Entwicklung begann nach dem Ende des Kommunismus, als die der Fokus der Weinproduktion von der Quantität auf die Qualität verschoben wurde.

    Unter den berühmtesten Winzern von Ungarn sind heute viele aus Villány. Mehrere von ihnen haben viel für die Entfaltung des Weinanbaugebietes getan. Die Organisation und die Struktur dieses Weinanbaugebietes können als ermunterndes Beispiel für die anderen ungarischen Weinanbaugebiete dienen. Die Charakteristika des gut funktionierenden Weintourismus können hier klar benannt werden: So werden beispielsweise die regelmäßigen Veranstaltungen im Weinanbaugebiet auch mit gastronomischen und kulturellen Ereignissen verbunden.

    Bebautes Rebgebiet

    Die Größe des Produktionsgebietes des Weinanbaugebietes von Villány beträgt insgesamt etwa 4.800 Hektar, wobei die Größe des tatsächlich bebauten Produktionsgebietes etwa 1.800 Hektar beträgt.

    Charakteristiken des Bodens

    Der Gipfel von Szársomlyó, der sich in der Mitte des Gebirges von Villány erhebt, kann den Besuchern des Weinanbaugebietes leicht beirren, weil seine kahle, kegelförmige Spitze ein vulkanisches Gebirge suggeriert. Trotzdem besteht es zum größten Teil aus Kalkstein, worauf sich als Nährboden toniger und teilweise sandiger Löß absetzte. Dementsprechend entwickeln sich die Rebflächen dieses Weinanbaugebietes auf einem schwierig bebaubaren Boden, der aber eine gute Wasserhaltungsfähigkeit hat. Diese Gegebenheit kombiniert mit einer beschränkten Produktion hat Weine von ausgezeichneter Qualität zur Folge.

    Klimatische Verhältnisse

    Das Klima des Weinanbaugebietes von Villány hat einen submediterranen Charakter und kann in ganz Europa als einzigartig bezeichnet werden. Dieses spezielle Mikroklima wird auch durch Pflanzen charakterisiert, die in erster Linie in den balkanischen bzw. mediterranen Gebieten einheimisch sind. Das ist vor allem der hohen Zahl der Sonnenstunden bzw. der warmen Luft zu verdanken, die mit der Strömung aus Süden, aus der Gegend des Mittelmeeres kommt. Wegen dieser Verhältnisse erfolgt die Knospung an den südlichen Abhängen häufig zwei Wochen früher als in den anderen Weinanbaugebieten Ungarns.

    Charakteristische Rebsorten

    Das Weinanbaugebiet von Villány wurde in erster Linie wegen seiner Rotweine bekannt, weil die lokalen klimatischen und die Bodenverhältnisse an die Gegenden von Burgund erinnern. Die Weißweintrauben wurden vor allem in den Gebieten um Siklós gepflanzt und bekommen wegen des submediterranen Klimas im Verhältnis zu den anderen ungarischen Weinanbaugebieten mehr Sonnenschein während des Jahres und sind so besonders aromatisch.

    Weisse Rebsorten:

    Chardonnay, Hárslevelű, Királyleányka, Welschriesling, Riesling, Sauvignon Blanc, Pinot Gris, Traminer, Grüner Veltliner

    Rote Rebsorten:

    Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Kadarka, Kékfrankos, Merlot, Pinot Noir, Portugieser, Syrah, Zweigelt

    Winzer und Weingüter

    1. Bock, József (Winzer des Jahres, 1997)
    2. Gere, Attila (Winzer des Jahres, 1994)
    3. Malatinszky, Csaba
    4. Weingut Sauska
    5. Weingut Tiffán - Tiffán, Ede (Winzer des Jahres, 1991)
    6. Weingut Vylyan (Weingut des Jahres, 2008)
    7. Wunderlich, Alajos (Winzer des Jahres, 2006)

    Links

    1. Weinanbaugebiet Villány

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